Wie funktioniert NET METERING

Net Metering ist ein Vergütungsmodell für die Einspeisung erneuerbarer Energie (EE). Gleichzeitig funktioniert es als wirkungsvoller Anreiz für die Investition in eine eigene erneuerbare Energieanlage und ist somit eine Alternative gegenüber anderen Fördermaßnahmen. Am einfachsten kann man es als "Stromlenkung in beide Richtungen" bezeichnen.

In zahlreichen Ländern handelt es sich um die normale Finanzierungsweise erneuerbarer Energien, insbesondere in den kleinen Ländern. Nichtsdestotrotz kann ähnlich wie bei den erneuerbaren Energien auch die Entwicklung des Net-Meterings Gegenstand fachlicher Diskussionen sein.

Geschichte
NET METERING ntstand bereits Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts in den USA, als die Besitzer kleiner Solar- und Windenergieanlagen die Möglichkeiten haben wollten, den produzierten Strom auch zu einer anderen Zeit zu verwenden, als während der Zeit, wo er produziert wurde. Als einer der ersten Bundesstaaten wurden die Wünsche der Produzenten in Minnesota erhört, und erhielten alle Produzenten bis 40kW ab 1983 die Möglichkeit ein Strom-Guthaben aufzubauen. Dieses Guthaben konnten sie entweder in die nächste Abrechnungsperiode mitnehmen oder sich auszahlen lassen. Heute funktioniert NET- METERING in den meisten Bundesstaaten der USA, in Kanada und Australien. In Europa breitet es sich langsam aus, die ersten Vorreiter sind Dänemark und Italien. Kürzlich wurde NET- METERING auch in der Slowakei per Gesetz eingeführt..

Wie funktioniert Net-Metering?

Das Grundprinzip ist einfach – der Produzent (Besitzer der Energiequelle) hat auf dem Dach seines Häuschens beispielsweise eine Photovoltaikanlage und ist gleichzeitig an das Stromnetz angeschlossen. Er nutzt beide Energiequellen gleichzeitig, also wenn die Sonne scheint, dann bezieht er Strom aus der Photovoltaikanlage und wenn er mehr Strom benötigt oder wenn es Nacht ist, verwendet er Netzstrom. Wenn er jedoch mehr produziert, als er gerade verbraucht, er also Strom in das Netz einspeist, dann "dreht sich der Stromzähler in die andere Richtung", bzw. "führt eine virtuelle Netzspeicherung durch". Die Stromrechnung, die der Produzent bezahlt, wird anschließend anhand der Differenz seiner Stromproduktion und seines Verbrauchs in der jeweiligen Abrechnungsperiode berechnet. Die Bezeichnung lautet also "Netto-Messung" bzw. "Messung des Netto-Verbrauchs", und nicht "Netzmessung", wie man auf den ersten Blick denken könnte. Gelegentlich trifft man auch auf die aussagekräftigere Bezeichnung "Net-Billing" (Netto-Abrechnung).

Der lokalen Rahmen für die NET-METERING-Regeln wird per Gesetz oder Verordnung durch die zuständige Regulierungsbehörde festgelegt.

n den USA erfolgt die Verrechnung in der Regel jeden Monat und die Schlussabrechnung dann zum Ende des Jahres. Wenn der Monatsverbrauch des Besitzers der Energieanlage höher ist als seine Produktion, bezahlt der Besitzer die normale Stromrechnung entsprechend seines Tarifs, allerdings reduziert um seinen Verbrauch.

Wenn er die gleiche Strommenge produziert, wie er verbraucht, bezahlt er für den Netzstrom nichts, die Kosten für die Netznutzung (Netzanschluss, Verteilung etc.) bleiben natürlich bestehen. Falls er bei der Monatsabrechnung Überschüsse hat (d. h. seine Produktion übersteigt den Verbrauch), werden diese Überschüsse normalerweise als Guthaben in den nächsten Monat übernommen, ähnlich wie etwa nicht verbrauchte Einheiten beim Telefontarif. Komplizierter ist die Situation bei Überschüssen für das ganze Jahr. Solche Überschüsse können auf unterschiedliche Art und Weise verwendet werden, die sich von Land zu Land unterscheidet, z. B.:

  • der Überschuss wird dem Besitzer der Energieanlage ausgezahlt und die neue Periode beginnt wieder bei Null,
  • der Überschuss wird dem Besitzer der Energieanlage ausgezahlt, aber nur bis zu einer bestimmten Höhe (z. B. 25 % seines Jahresverbrauchs),
  • der Überschuss wird in die nächste Abrechnungsperiode übernommen,
  • der Überschuss verfällt an das Stromunternehmen. Für den Netzstrom bezahlt der Besitzer der Energieanlage nichts, aber er bekommt auch nichts darüber hinaus und die neue Abrechnungsperiode beginnt wieder bei Null,

Adäquat gibt es viele Methoden, um den Strompreis aus der eigenen Energieanlage zu bestimmen. Beispiele dafür sind etwa:

normaler Einzelhandelspreis – der Strom wird zum gleichen Preis in das Netz eingespeist für den es zum jeweiligen Zeitpunkt eingekauft wird (entsprechend dem Hochtarif oder Niedrigtarif). Diese Methode wird im Ausland als "Time-of-Use-Metering" (TOU) bezeichnet, da die Messung mit dem Zeitpunkt des Verbrauchs zusammenhängt.

marktüblicher Großhandelspreis, "Market Rate-Net-Metering" – der Stromversorger kann erkennen, wie hoch der marktübliche Preis für Netzstrom in dem Moment war als die Überschüsse in das Netz eingespeist wurden.

per Verordnung festgelegter Preis – die lokale Regulierungsbehörde legt einen festen Preis für Überschüsse aus dem Net-Metering fest (damit handelt es sich praktisch um eine garantierte Einspeisevergütung).

Preis der "eingesparten Kosten", "Avoided Costs" – durch die eigene Energieproduktion erspart der Besitzer den Stromerzeugern die Kosten für die Produktion dieser Energie aus konventionellen Quellen und erhält somit einen Ausgleich in Höhe dieser Kosten.

Am günstigsten für den Produzenten (und am nachteiligsten für das Stromunternehmen) ist der Verkauf zum Einzelhandelspreis. Insbesondere Photovoltaikanlagen produzieren nämlich am meisten, wenn der Hochtarif gültig ist, wo die Einzelhandelspreise auch am höchsten sind. Die anderen Bezahlungsformen sind für den Produzenten nicht mehr ganz so vorteilhaft, diese Preise sind oftmals um ein vielfaches niedriger als die Einzelhandelspreise für Strom. Diese Bezahlungsformen sind für die Stromunternehmen vorteilhafter.


Vorteile
Im Unterschied zu der garantierten Einspeisevergütung dient Net-Metering primär der Senkung oder der "Nullierung" der Stromrechnung. Das Ziel ist also eher eine Ersparnis als ein Gewinn und die Energieproduktion gleicht eher den eigenen Stromverbrauch aus, als dass sie den sofortigen Verbrauch zu jeder Tageszeit deckt. Diese Tatsache ermöglicht die Installation einer kleineren – und damit billigeren - Anlage. In Kombination mit einem niederigen Verwaltungsaufwand entsteht damit ein wirkungsvoller Anreiz, um in eine erneuerbare Energieanlage zu investieren.

Vorteile des Net-Meterings:

  • senkt unmittelbar und unmissverständlich die Stromrechnung,
  • fördert die Entwicklung erneuerbarer Energien und die Energieeinsparungen in Haushalten und Firmen,
  • erweitert den Nutzungszeitraum des Stroms aus eigener Quelle ohne Notwendigkeit der eigenen Speicherung,
  • zum Verkauf des Stroms in das Netz muss kein weiterer Stromzähler installiert werden,
  • ist verwaltungstechnisch nicht aufwändig,
  • senkt das Investitionsrisiko,
  • erforderte nur eine geringe oder gar keine Förderung aus öffentlichen Finanzen,
  • senkt die Investitionskosten für eine eigene Energieanlage.

Virtuelles (gruppenweises) Net-Metering
Die Vorteile des Net-Meterings kann nicht nur der Besitzer einer einzigen Energiequelle nutzen. Eine Energieanlage kann auch Eigentum einer Gruppe sein, das heißt, dass eine Gruppe von Menschen sich zusammenschließt, z. B. in Form einer Genossenschaft oder Aktiengesellschaft. Dies bedeutet, dass eine Gruppe von Netzstromabnehmern sich darauf einigt, dass sie ihre Gelder bündelt, in den Bau etwa einer Solaranlage investiert und diese im Rahmen des Net-Meterings betreibt. Die von dieser Energieanlage erzeugte Strommenge wird dann den Investoren in Abhängigkeit ihrer Investition von deren Stromrechnungen abgezogen.

Im Unterschied vom normalen Net-Metering müssen hier die Besitzer der Energieanlage überhaupt gar keinen Strom aus der jeweiligen Energiequelle beziehen, das Net-Metering ist lediglich eine "buchhalterische", virtuelle Abrechnungsform.

Der Vorteil dieser Methode beruht wiederum in der Senkung der Kosten für die Anschaffung einer eigenen Energieanlage. Auch wenn sich ein Einzelner keine persönliche Energieanlage leisten kann oder dazu keine günstigen Bedingungen hat (z. B. eine günstige Dachausrichtung), kann er sich mit anderen Menschen zusammenschließen und eine Energieanlage an einem geeigneten Ort mitfinanzieren. Die Investitionskosten sind dann viel niedriger, als wenn er das ganze Projekt selbst finanziert hätte. Seine Investition bringt ihm jedoch Einsparungen auf seiner Stromabrechnung.

In den USA wurde im Zusammenhang mit dem virtuellen Net-Metering bereits zahlreiche Geschäftsmodelle entwickelt. Außer der gemeinsamen Finanzierung durch eine Gruppe von Menschen, wie im vorigen Abschnitt angeführt, kann das Projekt auch von einem Stromunternehmen umgesetzt und betrieben werden, dass seinen Kunden die Möglichkeit anbieten, Anteile an der Produktion zu erwerben.

Nachteile
Nicht für alle Beteiligten ist Net-Metering jedoch vorteilhaft. In den USA wehren sich dagegen zumeist Stromunternehmen (im Ausland allgemein als "Utility" bezeichnet), deren Gewinne aus dem Stromverkauf damit geschmälert werden. Einerseits verkaufen sie weniger Strom und andererseits müssen sie von den Kunden noch deren überschüssige Energie aufkaufen. Mit den sinkenden Einnahmen sinkt zudem die Fähigkeit der Stromunternehmen ihre Dienstleistungen anzubieten und die Infrastruktur auf dem nötigen Niveau zu halten. Um weiterhin Gewinn zu machen, müssen sie die Netznutzungsentgelte und anderen Gebühren erhöhen, wodurch sie die Kosten des Net-Meterings auf die Kunden abwälzen, die kein Net-Metering nutzen. Damit motivieren sie jedoch die anderen Abnehmer, sich auch eine alternative Energieanlage anzuschaffen, deren Preise immer weiter sinken. So reduzieren sich die Gewinne der Stromunternehmen immer weiter und steigen die Entgelte. Net-Metering ist in einem solchen Falle eine regressive Förderung, da sich meist diejenigen eigene Energieanlagen anschaffen können, die finanziell besser gestellt sind. Die Entgelte müssen jedoch auch die Kunden zahlen, die sich keine eigene Energieanlage leisten können und Net-Metering nicht nutzen.

Die Länder lösen die Frage in der Regel durch verschiedene Regulierungsmethode des Net-Meterings. Dazu gehören die Leistungsdeckelung der jährlich über Net-Metering angeschlossenen Anlagen, die Festlegung einer Höchstmenge der ankauften Energie oder die Möglichkeit der Festlegung des Ankaufpreises entsprechend der Anlagengröße.

Wie jedoch die Organisationen einwenden, die für die Erneuerbarkeit sind, liegt das Problem nicht so sehr im Net-Metering selbst, sondern allgemein in der Zunahme eigener Energieanlagen in Privatbesitz. Die Stromunternehmen mögen nämlich gar keine der Betriebsweisen erneuerbarer Energieanlagen, wenn sie diese nicht selbst besitzen. Wie jedoch eine Studie der kalifornischen Organisation Vote Solar (entsprechend einer Methodik der kalifornischen Regulierungsbehörde CPUC) zeigt, gewinnen, wenn man neben den sofortigen Kosten auch die anderen Faktoren einbezieht, nicht nur die Stromunternehmen, sondern auch die Steuerzahler am Net-Metering. Auch für die Stromunternehmen ist das Net-Metering (und die damit verbundene Entwicklung dezentraler erneuerbarer Energieanlagen) zumindest vorteilhaft, was die Senkung der Verluste im Leistungssystem, die Lieferungen billigen Stroms im Hochtarif oder Einsparungen für die Stromerzeugung aus konventionellen Energiequellen betrifft. Aus Sicht des Landes  (und damit der Steuerzahler) sinken dann die Kosten für die Senkung der CO2-Emissionen und der Entwicklung erneuerbarer Energien.

Nutzen und KOSTEN LAUT NET-METERING: KOSTEN-NUTZEN-ANALYSE
NUTZEN
KOSTEN
Einsparungen an ungenutzten fossilen Brennstoffen und die daraus resultierende Senkung der Emissionen Verwaltungskosten für Net-Metering
Einsparungen an Investitionen in die Übertragungs- und Leitungssysteme Senkung der Einnahmen der Energieunternehmen für die Wartung der Infrastruktur
Senkung der Verluste im Netz  
Einsparungen für die Verwaltung der Stromlieferungen (sehr unwahrscheinlich, da die Verwaltungskosten im Grunde genommen unabhängig vom Umfang der Stromlieferung sind)  
Kostensenkung für die Erfüllung der Verpflichtungen bezüglich der CO2-Emissionen und der Entwicklung der erneuerbaren Energien  

Net-Metering als Förderung eneuerbarer Energieanlagen ist nicht nur einfach, verständlich und gesellschaftsfreundlich, sondern vor allem auch wirkungsvoll. Die schnelle Entwicklung privater erneuerbarer Energiequellen und die dezentrale Stromerzeugung in großem Maßstab sorgen bei den Stromunternehmen bereits für Sorgenfalten. Die Probleme sind vorläufig hauptsächlich wirtschaftlicher Art – die dezentralen erneuerbaren Energiequellen in Verbindung mit den Stromeinsparungen senken die Nachfrage nach Strrom aus den zentralen Energiequellen immer stärker. Dieser Trend wird sich höchstwahrscheinlich immer weiter fortsetzen, dennoch wird die Energiewirtschaft in naher Zukunft nicht ohne zentrale Energiequellen auskommen. Über das Net-Metering entsteht so jedoch ein weiterer Druck, damit eine funktionierende Lösung für die Koexistenz erneuerbarer und konventioneller Energien gefunden wird, und zwar nicht nur wirtschaftlich, sondern auch technisch.

 

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